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Reisen durch die USA und durch Kanada


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Wo bitte gibt es Schoko-Mandelmus?

Haben Sie in diesem Jahr in Maintal schon einmal ein Buch gekauft? Wohl eher nicht, seit auch die letzte Buchhandlung ihre Pforten für immer geschlossen hat. Und wie sieht es mit etwas hochwertigerer Kleidung aus? Ich meine nicht das T-Shirt für 2,95 Euro, das – in Asien produziert – am Ende einer langen Lieferkette irgendwann in Maintals Läden eintrifft. Sondern vielleicht ein neuer Anzug oder ein Sommerkleid für den nächsten Theaterabend? Oder ganz einfach das tolle Schoko-Mandelmus, das es ausschließlich bei DM gibt und nicht im Drogeriemarkt Müller. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch – „unser Müller“ im Braubachcenter ist ein Universalgenie; aber er hat nun mal nicht mein Schoko-Mandelmus.

Sofern Sie sich nicht ins Getümmel von Frankfurt stürzen wollen, bleibt eigentlich nur die „kleine“ Großstadt im Osten von Maintal. Stand Hanau noch vor 20 Jahren in dem Ruf, ein schmuckloser, rein funktionaler Ort mit wenig Aufenthaltsqualität zu sein (nur Offenbach galt als noch hässlicher), so hat sich die Stadt in den letzten Jahren dramatisch verändert. Es entstanden moderne Einkaufszentren wie das Forum in der Innenstadt, das Postcarré am Westbahnhof und der Kinzigbogen in Lamboy, in deren Nähe sich ansprechende Gastronomie angesiedelt hat. Zudem versucht die Stadt mit Macht, fahrradfreundlicher zu werden, auch wenn noch viel Luft nach oben ist. Was liegt also näher, als zum Einkaufen oder einfach nur zum Kaffeetrinken nach Hanau zu radeln?

Von Hochstadt zum Staatspark Wilhelmsbad

Natürlich kann man den Mainuferweg wählen, zumal wenn man in Bischofsheim oder in Dörnigheim wohnt. Aber das ist auf Dauer langweilig, da es immer geradeaus geht. Wie wäre es mit dem einen oder anderen Schleichweg? Wir starten einmal mehr am Rathaus in Hochstadt und verlassen den Ort über die Feuerwache. Der Radweg entlang der Hanauer Straße ist okay, wenn auch die ewigen Teerrillen nerven.

Hinter der Brücke über die A 66 biegen wir im Stadtteil Hohe Tanne () links ab (am Glascontainer) und passieren Hanaus teuerstes Villenviertel. Wer wissen möchte, wie man hier so lebt, dem empfehle ich die Hohe-Tanne-Krimis um Tante Frieda. Noch einmal nach rechts abgebogen, und schon sind wir am Bismarckturm () und am Staatspark Hanau-Wilhelmsbad (). Hier wenden wir uns nach links und fahren bis zum neuen Sportplatz des 1. Hanauer Tennis- und Hockey-Clubs ().

Villenviertel Hohe Tanne
Villenviertel Hohe Tanne

Von Wachenbuchen zum Staatspark Wilhelmsbad

An dieser Stelle möchte ich mich kurz an die Bürger*innen von Wachenbuchen wenden. Für sie gibt es nach Hanau-Wilhelmsbad einen Waldweg, der an der Bleichstraße beginnt und zunächst zum Sportplatz der KeWa Wachenbuchen () führt. Auch danach ist der geteerte (!) Radweg in einem hervorragenden Zustand und ein Beweis dafür, dass sich Wald und gute Fahrradwege nicht unbedingt ausschließen müssen. Zudem ist die Beschilderung vorbildlich. Überqueren Sie die A 66 auf einer breiten Brücke () und folgen Sie der Markierung in Richtung „Hanau Innenstadt“ (nicht „Hohe Tanne“!). Nach wenigen hundert Metern stoßen Sie direkt auf den Sportplatz des HTHC ().

Durch den Wald nach Hanau-Wilhelmsbad
Durch den Wald nach Hanau-Wilhelmsbad

Von Wilhelmsbad in Hanaus Innenstadt

Wir folgen nun der Beschilderung Richtung Bruchköbel und umrunden das riesige Gelände des Golf-Clubs Hanau-Wilhelmsbad (). Auch hier fährt es sich ganz entspannt auf geteertem Untergrund. Die Maintaler Straße überqueren wir an der Ampel beim Burger King () ; danach geht es rund 50 m nach links, bis wir rechts in die Kleingartensiedlung am Klausenweg () einbiegen. Auch hier stören uns so gut wie keine Autos.

Nachdem wir die Bruchköbeler Landstraße erneut an einer Ampel überquert haben, hoppeln wir auf dem Radweg rund 750 m den Alten Rückinger Weg entlang (hier ist sie wieder, die Luft nach oben), bis auf Höhe des Telekom-Hochhauses rechts ein kleiner Weg abbiegt. Wir folgen der Kinzig bis zu einer Brücke (), überqueren diese und landen am Heinrich-Fischer-Bad. Von hier sind es – vorbei am Schlossgarten () und am Deutschen Goldschmiedehaus () – nur noch zwei Minuten bis zum Freiheitsplatz, zum Forum und zum Kulturforum Hanau () mit einer Stadtbibliothek, die sicher zu den schönsten und modernsten in Deutschland zählt.

Einkaufen im Forum Hanau
Forum Hanau

Rückfahrt durch die Kinzigaue

Für die Rückfahrt bieten sich verschiedene Wege an: der Mainuferweg (nach seiner Reparatur hinter der Schleuse jetzt richtig gut befahrbar), Philippsruher Allee und Kesselstädter Straße (schnell, aber hässlich) oder einfach auf dem gleichen Weg zurück. Eine schöne Alternative – wieder nahezu autofrei – ist die Route durch die Kinzigaue. Wir biegen hinter dem Café Schien (gegenüber dem Postcarré) und der Eisenbahnunterführung rechts in die Goldene Aue ab, überqueren die Kinzig und folgen dem Radweg bis zum Salisweg.

Nur wenige Meter nach rechts und gleich wieder links, dann passieren wir auf dem Baumweg den Kesselstädter Friedhof sowie eine Kleingartenanlage und erreichen die Frankfurter Landstraße, der wir rund 500 m in Richtung Dörnigheim folgen. An der Ampel wenden wir uns auf der Burgallee nach rechts, überqueren einmal mehr die Maintaler Straße und erreichen alsbald Bahnhof und Staatspark Wilhelmsbad. Wie es von hier nach Hause geht – siehe oben.   

Bahnhof Hanau-Wilhelmsbad
Bahnhof Hanau-Wilhelmsbad

Wer sich nach dem Shoppen vor der Heimfahrt noch ein wenig ausruhen möchte – an Cafés und Restaurants herrscht in Hanaus Innenstadt kein Mangel. Direkt neben dem Goldschmiedehaus – etwas abseits vom Trubel – liegt übrigens das charmante kleine Café BRICKS (). Hier gibt es guten Kaffee und ganz sicher den besten Käsekuchen der Stadt. Das Café ist immer eine Radtour wert – auch wenn man noch ganz viel Schoko-Mandelmus zuhause hat.

Route: Hochstadt Rathaus oder Wachenbuchen Bleichstraße – Staatspark Hanau-Wilhelmsbad – Hanau Innenstadt und zurück ~ 18 km .

Google Maps

Bilder zur Tour