Die deutsche Künstlerin Katharina Grosse lässt sich nur schwer einer Stilrichtung zuordnen; in der Kunsttheorie werden ihre Werke meist als „Expanded Painting“ bezeichnet. Sie verwendet für ihre Malerei industriell gefertigte und mit einem Kompressor betriebene Spritzpistolen, mit der sie extrem leuchtende, oft ungemischte Farben großflächig aufträgt. Dabei ist Farbe für sie kein Mittel zur Darstellung, sondern das zentrale Thema selbst.
Ausgangspunkt ihres Werks ist die Malerei, die sie radikal über die Leinwand hinaus erweitert. Im Innenraum bilden Wände, Boden und Decke den Malgrund; Möbelstücke, Stoffe und andere Gegenstände ergänzen das „Bild“. Nicht genug damit, besprüht Grosse komplette Ausstellungshallen, Gebäude, Plätze, Felsen oder ganze Landschaften, wodurch die Grenzen zwischen Malerei, Skulptur und Raum endgültig verschwimmen.
Viele der Werke von Katharina Grosse, z.B. in Museen oder im Außenraum, sind bewusst vergänglich; ihre Zerstörung oder Übermalung ist Teil des Gesamtkonzepts. Ihre Installationen entstehen oft speziell für einen bestimmten Ort und sind nicht selten begehbar. Die Künstlerin macht so Farbe zu einem räumlichen, erfahrbaren Erlebnis.







