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Faszination Mississippi
Der Mississippi ist der mit Abstand wasserreichste Fluss Nordamerikas, auch wenn ihn der Missouri hinsichtlich seiner Länge um ein paar hundert Kilometer schlägt. Schon lange spielten wir mit dem Gedanken, dem großen Fluss einmal von seiner Quelle bis zum Golf von Mexiko zu folgen. Als die Planung stand, kam Corona, und die Reise fiel aus.
Fünf Jahre später wird aus unserem Traum Wirklichkeit. Wir stehen an den Mississippi Headwaters im Lake Itasca State Park, und vor uns sprudelt der Mississippi als kleiner Bach, den man problemlos auf der ersten und einzigen (Holz-)Brücke überqueren kann. Hier beginnt auch die Great River Road, 3.765 km lang und in 10 Bundesstaaten durchgehend als National Scenic Byway ausgewiesen.
Die erste Stadt am Fluss ist Bemidji; ihr Zentrum steht ganz im Zeichen des Riesen Paul Bunyan. Die folgenden Orte sind klein, in Grand Rapids hat der Fluss schon eine ansehnliche Breite. Im Crow Wing State Park mündet mit dem Crow Wing River der erste größere Fluss; viele weitere werden folgen, denn rund 40 Prozent der kontinentalen Fläche der USA entwässern in den Mississippi.
Über Little Falls, wo einst Charles A. Lindbergh wohnte, und Saint Cloud mit den wunderschönen Munsinger and Clemens Gardens erreichen wir die sogenannten Twin Cities. In St. Paul, der Hauptstadt Minnesotas, ist nur das State Capitol reizvoll; Minneapolis dagegen erweist sich als moderne Stadt mit vielen interessanten Bauwerken und einem hervorragenden Skulpturenpark. Ein Abstecher in die Mall of America, größtes Einkaufszentrum der westlichen Hemisphäre, rundet unseren Aufenthalt ab.
Im weiteren Verlauf bummeln wir durch Hastings mit seinem schönen Riverpark, wo wir einen direkten Blick auf die moderne Brücke haben. Wir erkunden die kleine Altstadt und machen einen Abstecher zu einem Wasserfall. Vom Memorial Park am Sorin’s Bluff hat man einen guten Ausblick auf Red Wing und den Mississippi. Wir wechseln das Ufer und fahren nun durch die kleinen Ortschaften von Wisconsin, bis wir schließlich noch einmal den Fluss überqueren und in Winona übernachten. Danach geht es weiter nach La Crosse, wo eine der seltenen Roadside Attractions steht, World’s Largest Six Pack.

Die Effigy Mounds im Bundesstaat Iowa sind die ersten prähistorischen Grabhügel, die wir auf dieser Reise sehen. Vom Pikes Peak State Park hat man einen grandiosen Blick auf eine Wasserlandschaft, die durch den Zusammenfluss von Wisconsin River und Mississippi entstanden ist. Die nächste größere Stadt ist Dubuque, wo der Fenelon Elevator als kürzeste und steilste Zahnradbahn der Welt den kleinen Berg überwindet. Hier liegt auch an einer modernen Promenade das National Mississippi River Museum & Aquarium.
Waren wir bisher zumeist alleine auf der Great River Road, ändert sich dies in Galena in Illinois. Das Städtchen hat es geschafft, die historische Hauptstraße mit florierenden kleinen Läden zu einer Touristenattraktion zu machen. Wir bummeln über die Main Street und genießen den Ausblick vom Grant Park, benannt nach dem ehemaligen General der Nordstaaten. In Le Claire rasten wir am Buffalo Bill Museum und schauen in die untergehende Sonne; es ist die einzige Stadt, die wir auf einer früheren Reise bereits besucht haben. Anschließend beziehen wir Quartier in Moline, Teil der Quad Cities – vier Städte in zwei Bundesstaaten in einem Verbund. Der bekannte Landmaschinen-Hersteller John Deere hat hier seine Konzernzentrale und zeigt seine Geschichte in einem schönen Besucher-Pavillion.
Wir bleiben in Iowa und schauen uns in Burlington die Snake Alley an, die an die berühmte Lombard Street in San Francisco erinnert. Der Tempel in Nauvoo ist wie alle Kirchen der Mormonen riesig; Quincy dient uns als Schlafstadt. In Hannibal in Missouri dreht sich dann alles um Mark Twain und seine Geschichten von Tom Sawyer und Huck Finn. Diner, Leuchtturm, Riverboat und natürlich auch das Boyhood Home – alles trägt seinen Namen.
In den darauffolgenden Stunden sind wir in dem einsamen Landstrich zwischen Mississippi und Illinois River fast alleine unterwegs. Am Nachmittag schließlich erreichen nach kurzen Abstechern zum Pere Marquette State Park und in die Ortschaften Grafton und Elsah die Stadt Alton, wo das National Great Rivers Museum seinen Besuchern die große Bedeutung des Mississippi als nationale Wasserstraße anschaulich näherbringt.
Kurz hinter Alton mündet der Missouri River als größter Nebenfluss in den Mississippi River; die Wassermenge steigt um mehr als 40 Prozent. Wir besuchen die Old Chain of Rocks Bridge, wo sich Great River Road und Route 66 kreuzen, und die Cahokia Mounds, die zum UNESCO Welterbe gehören. Dann erreichen wir St. Louis, das ehemalige Tor zum Westen, dessen Wahrzeichen der weithin sichtbare Gateway Arch ist. Wir nehmen uns zwei Tage Zeit für eine Stadt, die mit dem Citygarden Sculpture Park eine wunderbare Parkanlage mitten in Downtown unterhält, in anderen Stadtteilen jedoch mit enormem Leerstand und Verfall zu kämpfen hat. Unser Besuch endet mit einer Fahrt auf dem Riesenrad von St. Louis.

Städte, Natur, Kunst – viel Spaß beim Stöbern

Wir beginnen die zweite Hälfte unserer Tour mit einem Besuch in Kaskaskia, der einzigen Stadt Illinois‘ westlich des Mississippi, und in Chester, wo sich alles um Popeye den Seemann dreht. Im Trail of Tears State Park gibt es einmal mehr eine tolle Aussichtsplattform mit Blick auf den Fluss; Cape Girardeau hat eine hübsche Innenstadt und dient uns als Übernachtungsort.
In Cairo fließt der wasserreiche Ohio River in den Mississippi, dessen Wassermenge sich damit noch einmal mehr als verdoppelt. Es folgt eine Tagesetappe, die im Zickzack durch Kentucky, Arkansas, Missouri und schließlich Tennessee führt, wo wir am Abend ein Apartment in Memphis beziehen. Hier dreht sich alles um die Musik: Blues, Jazz, Rock’n Roll, die berühmten Sun Studios und Beale Street, in der die Stadt vor allem am Abend lebendig wird.
Natürlich darf man Memphis nicht verlassen, ohne Graceland einen Besuch abzustatten, dem ehemaligen Zuhause von Elvis Presley. Wir überqueren die Stateline nach Mississippi, schauen am Gateway to the Blues Museum in Tunica vorbei, machen einen Abstecher nach Helena zum Delta Cultural Center und folgen dem Blues Trail auf dem Highway 61 über Clarksdale und Greenville nach Süden. Heute übernachten wir in einem kleinen Cottage direkt am Lake Chicot.
Am nächsten Tag verlassen wir kurzzeitig die Great River Road und fahren nach Indianola, wo es den besten Kaffee der Reise und das B.B. King Museum & Delta Interpretive Center gibt. In Leland schauen wir uns das Geburtshaus von Kermit dem Frosch an. Danach geht es auf direktem Weg nach Vicksburg, wo der riesige National Military Park an die Schlacht von Vicksburg im Amerikanischen Bürgerkrieg erinnert. Diesmal übernachten wir in einem historischen Herrenhaus.

Von Vicksburg aus machen wir einen zweiten Abstecher, diesmal nach Jackson, der Hauptstadt des Bundesstaates Mississippi. Das State Capitol ist wie immer beeindruckend, die restliche Innenstadt eher nüchtern. Am nächsten Tag fahren wir eine ganze Weile auf dem Natchez Trace Parkway, einer vom National Park Service betreuten Panoramastraße. In Natchez, bekannt für seine historischen Plantagenhäuser, erreichen wir dann wieder den Mississippi. Ein letztes Mal überqueren wir eine Stateline; Louisiana ist der zehnte und letzte Bundesstaat auf unserer Reise nach Süden. Ziel ist die Hauptstadt Baton Rouge; die französisch geprägte Stadt lädt zum Bummeln ein und besitzt das höchste State Capitol in den USA.
Wir durchqueren das Atchafalaya Basin auf einer 30 km langen Brücke und fahren anschließend nach St. Martinville; hier dreht sich alles um Evangeline, das berühmte Gedicht von Henry W. Longfellow. Von hier aus geht es nach Avery Island, eine kleine Insel, auf der die Firma Tabasco ihre scharfe Soße herstellt. Auf einer Tour kann man den Produktionsprozess von der Paprikaschote über die Lagerung und Mischung bis zum Verkauf verfolgen. Natürlich gehört zu einer Reise entlang des Mississippi auch der Besuch einer Plantage. Wir haben uns Oak Alley Plantation direkt am Fluss ausgesucht – klein, aber fein.
Eigentlich könnten wir die Reise jetzt in New Orleans beenden, doch zuvor müssen wir noch ans Ende der Great River Road. Dieses liegt in einem winzigen Fischerdorf namens Venice rund 150 km weiter südlich; hier endet die mit dem Auto befahrbare Straße an einem mit tausend Stickern beklebten Straßenschild. Weiter kommt man in dem riesigen Delta des Mississippi nur mit dem Boot.
Die letzten drei Tage dieser spannenden Reise verbringen wir in New Orleans, der Stadt des Jazz und von Louis Armstrong. Wir schlendern durch die so unterschiedlichen Viertel des historischen French Quarter, den wohlhabenden Garden District und den bunten St. Roch District und freuen uns, dass sich die Stadt nach der verheerenden Katastrophe durch den Hurrikan Katrina im Jahr 2005 wieder im Aufschwung befindet. Hier endet sie dann, unsere lange Reise auf der Great River Road.

Streckenführung
| Tag/Day | Von/From | Nach/To | Route |
|---|---|---|---|
| 01 | Minneapolis Airport (MSP) | Bemidji | 250 m / 400 km |
| 02 | Bemidji | Brainerd | 270 m / 435 km |
| 03 | Brainerd | Saint Paul | 150 m / 240 km |
| 04 | Saint Paul | Saint Paul | 000 m / 000 km |
| 05 | Saint Paul | Saint Paul | 035 m / 055 km |
| 06 | Saint Paul | Winona | 185 m / 300 km |
| 07 | Winona | Dubuque | 170 m / 275 km |
| 08 | Dubuque | Moline | 120 m / 195 km |
| 09 | Moline | Moline | 040 m / 065 km |
| 10 | Moline | Quincy | 190 m / 305 km |
| 11 | Quincy | Alton | 160 m / 260 km |
| 12 | Alton | St. Louis | 095 m / 150 km |
| 13 | St. Louis | St. Louis | 060 m / 095 km |
| 14 | St. Louis | St. Louis | 020 m / 030 km |
| 15 | St. Louis | Cape Girardeau | 180 m / 290 km |
| 16 | Cape Girardeau | Memphis | 255 m / 410 km |
| 17 | Memphis | Memphis | 020 m / 030 km |
| 18 | Memphis | Lake Village | 220 m / 355 km |
| 19 | Lake Village | Vicksburg | 170 m / 275 km |
| 20 | Vicksburg | Vicksburg | 100 m / 160 km |
| 21 | Vicksburg | Baton Rouge | 210 m / 340 km |
| 22 | Baton Rouge | Donaldsonville | 195 m / 315 km |
| 23 | Donaldsonville | New Orleans | 080 m / 130 km |
| 24 | New Orleans | New Orleans | 165 m / 265 km |
| 25 | New Orleans | New Orleans | 000 m / 000 km |
| 26 | New Orleans | New Orleans | 000 m / 000 km |
| 27 | New Orleans | New Orleans Airport (MSY) | 000 m / 000 km |
| Total | 3.340 m / 5.375 km |
Die Reise in Bildern

Die erste Brücke über den Mississippi und die einzige Holzbrücke überhaupt

Nach 400 km ist aus dem kleinen Bach ein breiter Fluss geworden

„Riverside Eagle“ und Mississippi-Kreuzfahrtschiff „American Serenade“

Der Marktführer für Landmaschinen in den USA hat in Moline seine Konzernzentrale

Wie die berühmte Lombard Street in San Francisco, allerdings nur für Fußgänger

Im Jahr 1846 der zweite Tempel, den die Mormonen bauten; heute sind es weltweit über 200, Tendenz steigend

Die Brücken werden länger und mächtiger

In Hannibal dreht sich alles um Mark Twain und seine Erzählungen

Prähistorische Hügel aus einer Zeit lange vor Christopher Columbus – und heute UNESCO-Welterbe

Das Wahrzeichen der Stadt symbolisiert deren ehemaligen Status als „Tor zum Westen“

Britische und amerikanische Flagge friedlich vereint

Einer der vielen Aussichtspunkte auf den „Bluffs“ entlang des Mississippi

Das Kreuz ist mal eben 29 Meter hoch

Blues, Jazz, Rock’n Roll – in dieser Stadt ist fast jede Musikrichtung zu Hause

Eine von unzähligen Erinnerungsstätten an US-61, dem Blues-Highway

Das Museum ist dem König des Blues gewidmet

1.400 Monumente, Markierungen und Gedenktafeln an einem 26 km langen Rundkurs durch den Park

In der kleinen Stadt dreht sich alles um „Evangeline“, das berühmte Gedicht von Henry W. Longfellow

255 Millionen Flaschen der scharfen Sauce werden jährlich auf Avery Island hergestellt





































