Asien für Anfänger
Wir fliegen zum zweiten Mal nach Australien, erneut heißt das erste Ziel Singapur. Changi Airport, im Ranking von Skytrax seit Jahren fast immer der beste Flughafen der Welt, haben wir bereits vor zwei Jahren ausgiebig erkundet. Der Flughafen ist Freizeitpark, Naturpark, Shoppingmall und Airport in einem; hier wird der Zwischenstopp zum Erlebnis. Diesmal verlassen wir den Flughafen samt Gepäck, fahren mit der Metro nach Downtown und checken für die nächsten vier Tage im Hotel Bencoolen ein, nur 50 m von der gleichnamigen Metrostation entfernt. Asien für Anfänger hat begonnen!
Rund um den Singapore River
Den ersten Tag nutzen wir, um die Innenstadt rund um den Singapore River zu erkunden. Wir schlendern über die gepflegten Anlagen der Singapore Management University und stellen schon nach wenigen Minuten fest, dass die Stadt überall begrünt ist – ein wohltuender Anblick. Wir passieren die Cathedral of the Good Shepherd, wo ein Homeless Jesus auf der Gartenbank ruht, das Peranakan Museum und die ehemalige Klosterschule Chijmes, heute eine Event- und Hochzeitslocation. Das Café im vornehmen Raffles Hotel ist noch geschlossen; das Hotel im Stil des britischen Empires, das nur Suiten vermietet, gehört zu den luxuriösesten und teuersten Hotels der Stadt. Nun gut, dann trinken wir unseren Kaffee eben nebenan im feinen JW Marriott South Beach.
Anschließend überqueren wir den Padang, eine ausgedehnte Grünanlage mitten in der Stadt, die unter den Briten für koloniale Zeremonien genutzt wurde. Wir schauen hinüber zu den beiden modernen Kuppeln der Theatres on the Bay, Singapurs wichtigstes Kultur- und Kunstzentrum direkt am Wasser. Die Gebäude, Theater und Konzerthalle, haben beide eine stachelige Glasfassade, weshalb die Einheimischen sie auch scherzhaft The Durians (nach der tropischen Frucht) nennen. Rund um den Empress Place befinden sich viele Kunstwerke, die an die Zeit erinnern, als Singapur noch ein Fischerdorf war. Hier steht auch The Fullerton Hotel, ein weiteres luxuriöses 5-Sterne-Hotel in einem ehemaligen Kolonialgebäude, das früher als Hauptpostamt genutzt wurde.
Überquert man den Fluss entweder auf der Anderson Bridge oder auf der Cavenagh Bridge, so gelangt man nach wenigen Schritten zum wasserspeienden Merlion. Das Wahrzeichen der Stadt, ein Löwenkopf mit Fischkörper, symbolisiert das Meer und den Ursprung Singapurs als „Löwenstadt“. Der nahe Raffles Place ist das Finanzzentrum der Stadt und einer der teuersten Bürostandorte in Asien – vergleichbar mit der Wall Street in New York oder der City of London.
Ganz anders sieht es im angrenzenden Chinatown aus: Neben den vielen gut erhaltenen Shophouses finden wir „Hawker Centres“, die preisgünstigen Food-Courts, für die Singapur bekannt ist, wie etwa das Lau Pa Sat, und prunkvolle Tempel, etwa den Buddha Tooth Relic Temple und den Sri Mariamman Temple. Mit diesen Eindrücken beenden wir unseren ersten Tag in Singapur.

Marina Bay Sands und Gardens by the Bay
Wir beginnen den neuen Tag mit ein paar Kunstwerken am Millenia Walk und im The Ritz Carlton. Anschließend überqueren wir die futuristische Helix Bridge, die direkt zum nicht minder futuristischen ArtScience Museum und zum nächsten Highlight führt, dem Marina Bay Sands. Bei seiner Eröffnung im Jahr 2010 war es das teuerste einzelne Hotel- und Resortprojekt der Welt, 1.800 Luxuszimmer in drei Türmen samt Casino, Shopping Mall, Museum und Theater. Vom SkyPark Observation Deck, direkt neben dem nur für Gäste reservierten Pool auf dem Hoteldach, hat man einen tollen Blick auf die City, den Hafen und die Parkanlagen.
Die nächsten Stunden verbringen wir in den Gardens by the Bay, die sich zwischen dem Hotel und der Singapore Strait befinden. Die klimatisierten Mega-Glashäuser Cloud Forest (mit künstlichem Berg und Wasserfall) und Flower Dome (das größte Glasgewächshaus der Welt) schauen wir uns nur von außen an; zu beeindruckend ist der riesige Park, der aktuell mit seiner grellbunten Dekoration ganz im Zeichen des Chinesischen Neujahrsfestes steht. Sein Markenzeichen sind ohne Zweifel die Supertrees, bis zu 50 Meter hohe, baumartige Stahlstrukturen, an denen tropische Pflanzen üppig wuchernd emporranken.
Am Abend kehren wir noch einmal zurück; das River Hongbao Festival (das größte Event zum Chinese New Year in Singapur) hat rund 40.000 Besucherinnen und Besucher in die Gardens by the Bay gelockt. Die Supertrees und das Marina Bay Sands erstrahlen in wechselnden Farben, die Atmosphäre ist einzigartig – eine Mischung aus Volksfest und Lichtshow auf höchstem Niveau.

Natur und kulturelle Vielfalt
Am dritten Tag fahren wir mit der Metro hinaus in das Stadtviertel Bukit Timah, eine gehobene Wohngegend mit Villen, Luxuswohnungen und internationalen Schulen. Unser eigentliches Ziel ist das Bukit Timah Nature Reserve, ein letztes Stück tropischer Regenwald in Singapur mit riesigen Bäumen und seltenen Pflanzen. Auf dem Weg zum mit 163 m höchsten Punkt des Landes begleiten uns immer wieder kleine Langschwanzmakaken, die ihre Scheu angesichts der vielen Wanderer längst abgelegt haben. Hier, nur 20 Minuten vom Central Business District entfernt, erleben wir einen Dschungel direkt neben Hochhäusern – ein spannender Kontrast in diesem Stadtstaat.
Wieder zurück in der City, statten wir der Orchard Road einen Besuch ab, Singapurs Einkaufsmeile. An der rund zwei Kilometer langen Straße reihen sich Malls, Luxusgeschäfte, Hotels und Restaurants aneinander; die Gegend gilt als das wichtigste Shopping-Viertel Südostasiens.
Am Nachmittag fahren wir nach Little India und laufen von dort nach Kampong Glam, dem arabischen Viertel der Stadt. Die Masjid Sultan Moschee mit ihrer goldenen Kuppel ist weithin sichtbar, und die Läden in der Arab Street verkaufen bunte Stoffe, festliche Kleider und Orientteppiche. In der schmalen Haji Lane schließlich drängen sich Einheimische und Touristen auf der Suche nach der perfekten Mahlzeit.

Sentosa Island, Botanic Gardens und Jewel Changi
Am letzten Tag trennen sich unsere Wege. Ich suche ein paar Skulpturen im feinen St. Regis Hotel und in der Mapletree Business City auf, dann fahre ich mit der Monorail hinaus nach Sentosa Island. Das Herzstück der Insel ist Resorts World, ein großer Freizeitpark mit Universal Studios, Wasserpark und Aquarium, Casino, Konzerthalle und einigen Hotels der gehobenen Klasse. Im Anschluss daran kehre ich noch einmal in die Gardens by the Bay zurück, wo die monumentalen Skulpturen von Fernando Botero, umgeben von dem üppigen Grün des Parks, im Rahmen einer Sonderausstellung besonders gut zur Geltung kommen.
Gunhild verbringt den Vormittag in den Botanic Gardens. In dieser weitläufigen Gartenanlage kann man sich stundenlang aufhalten. Highlights sind die alten Bäume, die tropischen Pflanzen, ein ursprünglicher Regenwald und die größte Orchideensammlung der Welt in einem Park. Die Anlage ist seit 2015 UNESCO-Welterbe, der einzige tropische botanische Garten, der diesen Status trägt.
Am frühen Nachmittag treffen wir uns zu einem letzten Kaffee in Downtown, dann holen wir unsere Koffer und ziehen für die letzte Nacht ins Crowne Plaza Hotel am Changi Airport um – ziemlich teuer, aber perfekt gelegen. Am Abend besuchen wir Jewel Changi, das grüne Einkaufszentrum mit dem sagenhaften Rain Vortex in seiner Mitte. Der Indoor-Wasserfall ist 40 m hoch und damit der größte seiner Art weltweit. Mit einer spektakulären Light and Sound Show in Jewel Changi geht unser Aufenthalt in Singapur zu Ende. Es ist noch früh am Morgen, als unser Flug nach Melbourne startet.
Sauber, grün, reich – und klug
Singapur hat uns nicht nur überrascht, die Stadt hat uns begeistert. Singapur ist eine der saubersten Städte der Welt, es gibt keinen Müll auf den Straßen, keine besprühten Wände, keine unerwünschten Aufkleber. Kaugummis sind im ganzen Land verboten. Singapur ist sicher, die Kriminalitätsrate ist extrem niedrig. Die ethnischen Gruppen leben friedlich miteinander, Rassenhass ist hier ein Fremdwort. Die „City in a Garden“ ist eine der grünsten Großstädte der Welt; über 50 Prozent der Stadt sind Grünfläche: Dachgärten, vertikale Gärten, Parks zwischen den Häuserreihen.
Das Schnellbahnsystem – wen wundert es – gehört zu den effizientesten weltweit; überhaupt ist die gesamte Infrastruktur in einem hervorragenden Zustand. Auch der Containerhafen – ein extrem wichtiger Knotenpunkt für den globalen Handel – ist der größte der Welt. Daraus abgeleitet hat Singapur eines der höchsten BIP pro Kopf weltweit, über 200 internationale Banken haben hier eine Niederlassung. Und noch ein Superlativ, der gerade uns Deutschen zu denken geben sollte: Singapur ist der Gesamtsieger der PISA-Studie 2022 und belegt in allen drei Kompetenzbereichen – Mathematik, Lesekompetenz und Naturwissenschaften – den ersten Platz.
Singapur in Bildern

Für Kunstliebhaber ist Singapur ein Paradies

Über 10.000 Pflanzenarten und als einziger tropischer botanischer Garten weltweit UNESCO-Welterbe

Ein Stück Geschichte Singapurs – bekannt für Luxus, Tradition und den berühmten Singapore Sling

Die Durians riechen so intensiv, dass sie in Singapur in Hotels, U-Bahnen und Taxis verboten sind

Das bekannteste und meistbesuchte Hawker Centre in Singapur

Wahrzeichen der Stadt und Symbol für ihren Ursprung als Fischerdorf und „Löwenstadt“

Eines der bekanntesten Luxushotels der Welt mit einem Swimmingpool auf dem Dach


Der Hafen von Singapur ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für Asien-Kreuzfahrten

River Hongbao – das größte Kulturfestival zum Chinesischen Neujahrsfest

Riesiges Freizeit-Resort mit Themenparks, Aquarium, Hotels und Casino

Viele Skulpturen erinnern an die Zeit, als Singapur noch ein Fischerdorf war

Im Ranking von Skytrax seit Jahren fast immer der beste Flughafen der Welt

































