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Kusama, Yayoi

Japan

* 22. März 1929 Matsumoto

Yayoi Kusama ist die berühmteste japanische Künstlerin der Gegenwart. Ihr Markenzeichen sind unzählige farbige Punkte, sogenannte Polka Dots, die sie auf Leinwände, Skulpturen, Räume und sogar Menschen aufträgt. Diese Punkte stehen für Unendlichkeit und die Auflösung des Individuums im Universum. Dies ist auch das Thema ihrer berühmten Infinity Rooms; die Künstlerin setzt Spiegel und Lichter in begehbaren Installationen so ein, dass der Raum scheinbar endlos wirkt. Die Besucher fühlen sich dabei, als wären sie Teil des Kunstwerks in einem unendlichen Kosmos. Ihre Infinity Nets schließlich sind Bilder ohne Motiv, ohne Komposition, ohne Anfang und Ende.

Das Lieblingsmotiv von Kusama ist und bleibt der Kürbis, für den sie sich seit ihrer Kindheit begeistert und den sie in Zeichungen, öffentlichen Skulpturen und eindrucksvollen Installationen verarbeitet. Die Werke mit den schwarzen Polka Dots gehören zu den kultigsten Meisterwerken der zeitgenössischen Kunst und sind in öffentlichen Räumen und Sammlungen auf der ganzen Welt vertreten. Kusama arbeitet stark mit Wiederholungen und nutzt dabei kräftige, kontrastreiche Farben, die ihre Werke auffällig und unverwechselbar machen. Ihre Kunst bewegt sich zwischen verschiedenen Strömungen wie Pop Art, Minimalismus und Konzeptkunst und bleibt dabei doch sehr eigenständig.

So dekorativ ihre Kunst wirkt, so tiefgründig sind allerdings ihre Wurzeln. Kusama nutzt ihre Kunst zur therapeutischen Verarbeitung von Zwangsstörungen und visuellen Halluzinationen, die sie seit ihrer Kindheit verfolgen. Seit 1977 lebt und arbeitet sie freiwillig in einer psychiatrischen Klinik in Tokyo; 2017 eröffnete die Künstlerin dort auch ihr eigenes Museum.