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Maillol, Aristide

Frankreich

* 8. Dezember 1861 Banyuls

† 27. September 1944 Banyuls

Aristide Maillol gilt als einer der Begründer der modernen klassischen Skulptur. Sein Einfluss reicht bis zu Künstlern wie Henry Moore und Fernando Botero, die ebenfalls großen Wert auf die Wirkung der Körperform legten, auch wenn sie daraus jeweils ihren ganz eigenen Stil entwickelten.

Der weibliche Akt ist das zentrale Motiv seines bildhauerischen Schaffens; männliche Figuren spielen in seinem Werk nur eine untergeordnete Rolle. Obwohl viele Figuren nackt sind, wirken sie nicht provokativ. Die Betonung liegt auf der Schönheit des menschlichen Körpers und seiner harmonischen Formen.

Im Gegensatz zu seinem Zeitgenossen Auguste Rodin, dessen Skulpturen oft voller Dynamik und emotionalem Ausdruck sind, strahlen Maillols Werke Ruhe, Ausgewogenheit und klassische Klarheit aus. Die Figuren wirken statisch, in sich gekehrt und zeitlos; der menschliche Körper wird auf wenige, klar abgegrenzte Formen reduziert.

Maillol verzichtete weitgehend auf individuelle Züge, ausladende Gesten oder komplizierte Körperhaltungen. Stattdessen bilden die Körper eine geschlossene, harmonische Einheit, die an die Figuren der griechischen Antike erinnern, ohne diese direkt zu kopieren. Jede Ansicht einer Skulptur ist sorgfältig komponiert; man kann seine Werke von allen Seiten betrachten, ohne dass eine Blickrichtung dominiert.

Zu seinen berühmtesten Skulpturen zählen La Méditerranée (Das Mittelmeer), L’Air (Die Luft), La Montagne (Der Berg) und La Rivière (Der Fluss), wobei letztere eine ungewöhnlich dynamische Ausnahme in seinem Werk bildet.