
USA
* 22. August 1891 Druskininkai
† 16. Mai 1973 Capri
Jacques Lipchitz war einer der ersten Künstler, der die Prinzipien des Kubismus – Zerlegung von Gegenständen in geometrische Formen und Neuzusammensetzung der einzelnen Elemente bei gleichzeitiger Darstellung mehrerer Perspektiven – in die dreidimensionale Bildhauerei übertrug. Das war zu seiner Zeit ein Novum, da Kubismus bis dahin vor allem als Phänomen der Malerei (Picasso, Braque u.a.) galt.
In den Anfangsjahren schuf Lipchitz geometrisch-kantige Figuren mit klaren, blockhaften Formen, die auf die Frontalansicht ausgerichtet waren (strenger, analytischer Kubismus). Später entwickelte sich seine Kunst deutlich weiter. Er erfand Formen frei, statt sie nur analytisch zu zerlegen (synthetischer Kubismus), und entwickelte offene, durchbrochene Kompositionen, bei denen Licht und Raum durch die Skulptur hindurchfließen können (transparenter Kubismus).
Viele der späteren Werke von Jacques Lipchitz sind monumentale, expressive Skulpturen mit mythologischer oder religiöser Thematik. Sie wirken dramatisch, fast barock in ihrer Verdrehung und Bewegtheit – ein erheblicher Kontrast zur strengen Geometrie der frühen Phase. Geschwungene Linien und ausgreifende Formen vermitteln nun Dynamik, Energie und Spannung.









